Privatschulen

Als Privatschulen werden alle Schulen bezeichnet, die nicht vom Staat, sondern von privaten Organisationen getragen werden. Sie entstehen als Alternative zu den staatlichen Schulen des Landes und bieten Schülern und Eltern eine Anlaufstelle, die sich von diesen unterscheidet. Gründe für die Wahl einer Privatschule sind beispielsweise alternative Lernkonzepte oder die religiöse Weltanschauung.

Ersatzschulen
Die Ersatzschule ist eine Schule in privater Trägerschaft, die von schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen besucht werden darf. Dazu benötigt sie die staatliche Anerkennung als gleichgestellte schulische Einrichtung.
An der Ersatzschule werden grundsätzlich alle Inhalte vermittelt, die auch eine vergleichbare staatliche Einrichtung unterrichtet. So gibt es beispielsweise private Gesamtschulen oder Gymnasien, die mit einem Abitur enden, das dem an der staatlichen Schule erworbenen Abschluss gleichgestellt ist.
Abschlussprüfungen dürfen nur in einigen Bundesländern direkt von der Ersatzschule durchgeführt werden. Diejenigen Schulen, die in Eigenregie die Abschlussprüfung durchführen dürfen, müssen sich dabei jedoch nach den Vorgaben des Kultusministeriums richten. In den übrigen Bundesländern müssen Schüler die Externenprüfung ablegen, um ihren Abschluss zu erhalten.
Zu den Ersatzschulen werden beispielsweise die Freien Waldorfschulen gezählt, die nach alternativem Lernkonzept arbeiten. Als Privatschule in diesem Sinne gilt jedoch auch jede andere Schule, die durch eine Organisation getragen wird – beispielsweise die bekannte Odenwaldschule, die Schule Schloss Salem oder das über die Grenzen NRWs hinaus bekannte Bischöfliche Abtei-Gymnasium in Duisburg.

Ergänzungsschulen
Als Ergänzungsschule werden meist diejenigen privaten Einrichtungen bezeichnet, die nicht den gleichen Status wie die Ersatzschule haben. Schüler, die sie besuchen, erfüllen nicht die Schulpflicht – Ausnahmen gelten in Nordrhein-Westfalen. In einigen Bundesländern können Schüler von der Schulpflicht befreit werden, um eine Ergänzungsschule besuchen zu können.
Viele private Schulen dieser Form ermöglichen eine Berufsausbildung, die es an staatlichen Schulen nicht gibt. Dazu gehören etwa Schauspielschulen und Dolmetscherschulen.

Status der Privatschulen
In Ländern wie Großbritannien oder ehemaligen britischen Kolonien gelten Schüler von Privatschulen als Bildungselite des Landes. Führende Schulen, beispielsweise die britische Shrewsbury School, die auch Charles Darwin besuchte, sind über die Landesgrenzen hinaus renommiert.
Deutschland hingegen besitzt zwar Privatschulen, die jedoch keinen solchen Grad der Anerkennung erreichen. Bekannt sind sie durchaus, vor allem aber unter den jeweiligen Privatschülern selbst oder in der Region. Nur wenige Privatschulen erreichen jemals einen bundesweit hohen Anerkennungsgrad, wie etwa Schloss Salem.
Einige Privatschulen in Deutschland verlangen eine hohe Schulgebühr, was den Besuch zusätzlich exklusiver macht. Davon ausgenommen sind lediglich die bischöflich oder kirchlich geführten Schulen, die meist vom Bistum alleine mit staatlicher Beihilfe finanziert werden.

Comments are closed.